Wie die Zeit vergeht

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„Sie werden ja so schnell groß“, hört man Eltern oft sagen. Davon können wir im Zoo Salzburg wahrhaftig ein Lied singen. Kaum werden unsere Jungtiere geboren, sind sie schon genauso selbstbewusst wie selbständig auf ihren Anlagen unterwegs. Zumindest fühlt sich das rückblickend so an. Beispielsweise sind unsere Erinnerungen an das kleine, braune und extrem flauschige Fellknäuel, das zwischen den Pfoten von Polarwölfin Anastasia vorsichtig hervorlugte noch taufrisch. Heute ist Koji voller Tatendrang und redet sogar bei der Fütterung schon ein Wörtchen mit, indem sie sich vorwitzig einen saftigen Brocken schnappt und erstmal in Sicherheit bringt. Findig hat sie sich bereits mit den besten Laufwegen auf dem steilen Gelände vertraut gemacht, so dass Mutter Anastasia manchmal schon das Nachsehen hat. Zum Glück haben die anderen Rudelmitglieder immer ein wachsames Auge auf das drei Monate alte Jungtier, das gefühlt mit jedem Tag ein wenig hochbeiniger wird.

Hochbeinig waren die beiden Ende Mai und Anfang Juni geborenen Rentierböcke schon von Anfang an. Da hatte der Betrachter sogar noch das Gefühl, sie bestünden fast ausschließlich aus Beinen. Auch das Bild hat sich zwischenzeitlich geändert, sie haben an Körpermasse deutlich zugelegt, fressen schon gemeinsam mit den ausgewachsenen Waldrentieren und der Ansatz eines Geweihs lässt sich bereits gut erkennen. Während die Rentiere von Geburt an auf eigenen Beinen stehen, wird der Ende Juni geborene Katta-Nachwuchs noch gerne getragen. Allerdings hat auch dieser kleine Lemur seine ersten Kletterversuche schon hinter sich. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis das kecke Jungtier zu groß für Mamas Rücken ist.

Dass unser Anfang Juni geborenes Nashörnchen mal groß wird, liegt in der Natur der Sache. Aber dass es auch hier immer so schnell gehen muss? Wir erinnern uns noch gut an ihren ersten Ausflug auf die Außenanlage. Mit übergroßen Hobbitfüßen wirkten Tamikas Bewegungen noch sehr eckig und unkoordiniert. Das war mal. Heute fegt sie in wildem Galopp über die Afrikasavanne und lässt die noch um einiges größeren Rappenantilopen ob ihres rasanten Tempos erstaunt zur Seite springen. Sie werden einfach viel zu schnell groß. 

 

Zoo Salzburg, 13. August 2020

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