Neue Chance für fliegenden Kobold

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Sie sind absolut faszinierende Lebewesen, die mit ihren Ohren sehen und mit ihren Händen fliegen. Dabei orientieren sie sich mittels Ultraschall-Echoortung und vollführen mit ihren - zu faltbaren Hautflügeln umgebildeten Vorderbeinen - hochelegante Flugmanöver. Fledermäuse gibt es bereits seit über 50 Millionen Jahren, sie haben kaum natürliche Feinde und sind dennoch in Not geraten. Von den mehr als 1200 Fledermausarten gelten viele, aufgrund ihrer komplexen Lebensweise, einem schwindenden Nahrungsangebot sowie dem Einsatz von Pestiziden, als bedroht. Als komplex wird ihre Lebensweise unter anderem deshalb bezeichnet, weil sie Sommerquartiere und Winterquartiere bewohnen, die wie im Fall der Großen und Kleinen Abendsegler, mehr als 1500 Kilometer auseinander liegen können.
 
Während unsere heimischen Fledermausarten den Sommer in Wäldern verbringen, und beispielsweise verlassene Spechthöhlen als Quartier wählen, oder aber Dachböden, Mauerspalten und Rollladenkästen bevorzugen, verbringen sie den Winter in Stollen, Höhlen, Kellern, wo es kühl, feucht und frostfrei ist. In ihren Winterquartieren halten Männchen und Weibchen gemeinsam Winterschlaf. Indem sie ihre Körpertemperatur auf die Umgebungstemperatur absenken sowie Herzschlag und Atmung stark verlangsamen, überstehen die Insektenfresser die nahrungsarme Zeit. Dennoch verlieren sie während dieser Phase etwa 30 Prozent ihres Körpergewichts. Da der Prozess des Aufwachens die auch als fliegende Kobolde bezeichneten Säugetiere viel Energie kostet, sollten sie im Winterschlaf keinesfalls gestört werden. 
Passiert es dennoch, dass sie gestört werden und zu früh aufwachen, werden sie schnell zum Notfall. Wird dann nicht eingegriffen, bedeutet dies für die geschützten Tiere oftmals das Ende. Manchmal haben die fliegenden Kobolde aber auch Glück und werden von aufmerksamen Tierfreunden gefunden, wie im Fall der Zwergfledermaus, die wir vor kurzem aufpäppelten. So klein das zarte Wesen war, so hungrig war es auch. Als die Fledermaus kräftig genug war, brachten wir sie an einen sicheren Ort, wo sie ihren Winterschlaf frisch gestärkt fortsetzen konnte. 

Eigentlich könnte man über diese spannenden Tiere der Nacht noch so viel berichten, aber das würde leider den Rahmen sprengen. Wenn Sie mehr wissen möchten, sollten Sie unbedingt auf der Website des KFFÖ (Fledermausschutz) vorbeisehen. Hier sollten Sie sich auch hinwenden, wenn Sie eine Fledermaus finden, die offensichtlich Hilfe benötigt.

 

Zoo Salzburg, 05. März 2021

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