Tierischer Jahresrückblick auf das Jahr 2021

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Das Jahr 2022 ist noch jung und wenn wir unsere tierischen Geschichten betrachten, die uns im Zoo unweigerlich begleiten, ist es vergleichbar mit einem unbeschriebenen Blatt Papier. Grund genug, zurückzublicken und uns das vollgeschriebene Blatt des Jahres 2021 genauer anzusehen:
Leider beinhalten die ersten Zeilen eine traurige Nachricht, denn der Neujahrstag wurde von der Trauer um Kifaru überschattet. Die 38 Jahre alte Nashornkuh musste altersbedingt euthanasiert werden. Noch im Sommer und Herbst 2020 konnten Besucher die seit mehr als 20 Jahren im Zoo Salzburg lebende „Grande Dame“ der grauen Kolosse gemütlich grasend auf der Afrikasavanne bewundern. Leider war Kifarus Gesundheitszustand in ihren letzten Lebenswochen trotz intensiver medizinischer Betreuung bereits besorgniserregend. Kurz vor Jahresende erlitt sie einen gravierenden Einbruch, der ein schnelles Handeln erforderlich machte.

Nachdem das Thermometer im vergangenen Februar eindeutig zu hoch kletterte, war es nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Braunbären ihre Winterruhe für beendet erklärten. So verließen Blanca und Aragon ihr Winterquartier früher als sonst und folgten dem Ruf des Vorfrühlings. Weil März und Februar 2021 offensichtlich die Rollen tauschten und die Temperaturen von 20 Grad Celsius auf Minusgrade herabfielen, durften einige Besucher unseren Braunbären Aragon im Schneetreiben beobachten. Der hatte sich nämlich nicht wieder hingelegt, um die Wetterkapriolen einfach zu verschlafen, sondern nahm die Situation in bäriger Gemütlichkeit schlichtweg so wie sie war.

Als gemütlich lässt sich der „Steinbock-Kindergarten“ wahrlich nicht beschreiben. Die Mitte bis Ende Mai 2021 geborenen, sechs Steinkitze sorgten mit ihren Kletterkünsten bei ihren Beobachtern auf jeden Fall für den ein oder anderen Aha-Moment, denn in ihrem Übermut ließen sie sich auch schon mal zu recht waghalsig anmutenden Manövern hinreißen.
 
Groß war die Freude, als ebenfalls Ende Mai das erste Brillenpinguin-Küken schlüpfte. Das Küken entwickelte sich prächtig und die Eltern waren überaus fürsorglich. Als dann tragischerweise der Pinguinvater verstarb und die Mutter nichts mehr von ihrem Nachwuchs wissen wollte, musste das flauschige Küken mit der Hand aufgezogen werden. So hielt der kleine Ona seine Tierpfleger über Wochen gehörig auf Trab und darüber hinaus entpuppte er sich als echter Kämpfer, denn gerade die erste Zeit war geprägt von mehrfachen Aufs und Abs.

Nur bergauf ging es seit ihrer Geburt am 12. Juni 2021 mit den Jaguarschwestern Maira und Morena. Während die Jaguardame Lucky Limari bei ihrem Erstgeborenen Milagro das Mutter sein noch üben musste, verhielt sie sich bei den munteren Schwestern geradezu vorbildlich. Mittlerweile ist die vierköpfige Jaguarfamilie, bestehend aus Papa Sir William, Lucky Limari sowie Maira und Morena ein eingespieltes Team und tagtäglich bei ihren Ausflügen auf der Außenanlage zu beobachten. Milagro lebt seit Anfang Dezember 2021 in der Stuttgarter Wilhelma.
 
Genauso wie Lucky Limari ihre Mutterpflichten, nahm Nanduhahn Gerardo seine Vaterpflichten sehr ernst. Erst zeigte er sich von den Pfeiflauten des am 5. Juli 2021 im Vogelpark des Zoos geschlüpften Nandukükens noch unbeeindruckt, doch nach und nach erhörte er seine Rufe und es dauerte nicht lange, bis das Küken unter seinem Gefieder liegen durfte. Adoption erfolgreich, kann man dazu nur sagen, denn Gerardo hatte das Ei nicht selbst ausgebrütet, sondern eine Brutmaschine.

Der Sommer hatte jedoch nicht nur schöne Geschichten zu bieten. Traurigerweise verstarb die erst 14-jährige Weißhandgibbon-Dame Jiao am 10. Juli 2021 aufgrund einer schweren Erkrankung. Damit Samuk nicht so lange allein auf der Gibbonanlage leben musste, wurde, auch wenn die Trauer allseits groß war, schnell nach einer neuen Partnerin für ihn gesucht. Ende August zog schließlich die acht Jahre alte Maya ein. So hatte die traurig begonnen Geschichte doch ein kleines Happy End und wer Maya und Samuk heute zusammen agieren sieht weiß: Sie haben sich zwar nicht gesucht, aber gefunden.

Apropos gefunden beziehungsweise in diesem Fall nicht mehr gefunden: Als eines Tages im Oktober 2021 das zweite im Zoo Salzburg geschlüpfte Pinguinküken wie vom Erdboden verschluckt schien, saß der Schock natürlich tief. Umso größer war die Freude als Lesedi nach vier Tagen unversehrt, aber hungrig aufgefunden wurde. Weil es für das plötzliche Verschwinden und das ebenso plötzliche Auftauchen in mehr als einem Kilometer Entfernung nahe des Hellbrunner Schlosses keine Erklärung gibt, wurde eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Manchmal liegen nicht nur Freud und Leid, sondern auch Willkommen und Abschied nahe beieinander. Das war Ende des Jahres 2021 im Fall von Milagro und Malou. Fast zeitgleich sagten wir dem am 30. Juni 2020 im Zoo Salzburg geborenen Jaguar Adieu und hießen die am 29. April 2019 in der Stuttgarter Wilhelma geborene Schneeleopardin Malou als neue Partnerin von Sayan willkommen. Weil Schneeleoparden nicht umsonst als überaus sensibel gelten, verhält sich Malou immer noch sehr zurückhaltend. Nun bekommt sie einfach die Zeit, die sie braucht, um sich richtig einzuleben. 


Zoo Salzburg, 11. Jänner 2022

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