Einzug der vietnamesischen Moosfrösche

Neue, fast unsichtbare Zoobewohner

Unser Gibbonhaus ist um eine spannende Tierart reicher geworden. Um sie zu entdecken, muss man jedoch ganz genau hinsehen, denn sie spielen in der "Meisterklasse" der Tarnungskünstler. Es ist also entweder ein wenig Geduld oder ein geschultes Auge gefragt. Denn der Vietnamesische Moosfrosch, von dem aktuell vier Exemplare in dem Terrarium gegenüber der Kaiserschnurrbarttamarine leben, verschmilzt förmlich mit seiner Umgebung.

Wie der Name Moosfrosch vermuten lässt, sieht er nämlich aus wie ein Stück Moos, das auf einem Baum oder einem Stein wächst. Nachdem das Terrarium sehr naturnah gestaltet und dem Lebensraum nachempfunden ist, heben sich die bizarr wirkenden Amphibien mit ihrer moosgrünen Färbung und der warzigen Haut kaum bis so gut wir gar nicht vom Hintergrund ab.

Mit der perfekten Tarnung schlägt der Vietnamesische Moosfrosch im wahrsten Sinne des Wortes zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens schützt sie ihn vor Fressfeinden und zweitens sind Insekten, Schaben, Würmer, Motten oder Fliegen eine leichtere Beute.

In der Biologie gibt es für das Prinzip der Tarnung und Täuschung, das in der Tier- und Pflanzenwelt nicht selten vorkommt, zwei Fachbegriffe. Sie lauten Mimikry und Mimese. Beide bezeichnen Nachahmungsmechanismen, die Tiere und Pflanzen im Laufe der Evolution entwickelt haben. Zwar haben sie den gleichen Effekt, funktionieren jedoch ein wenig anders. So beschreibt Mimikry die Fähigkeit, das Aussehen, den Geruch oder die Geräusche von anderen Tieren und Pflanzen zu imitieren. Hingegen werden bei der Mimese belebte oder unbelebte Objekte des Lebensraumes in Gestalt, Farbe oder Verhalten nachgeahmt. Somit betreibt der neue Tarnungskünstler im Gibbonhaus durch sein Verschmelzen mit der Umgebung augenscheinlich eine Mimese.

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