Neu angekommen: Vegetarier der eurasischen Steppenlandschaft

Erst vor kurzem sind Graue Steppenlemminge in das Terrarium beim Steinbock-Eingang des Salzburger Zoos eingezogen. Sie sind Pflanzenfresser, die sich von Grassamen, Wildkräutern, Blüten, Knollen und Wurzeln ernähren. Ihre ursprüngliche Heimat sind vor allem Steppen und Halbwüsten von der Ukraine über die Mongolei bis nach China. 

Ein verborgenes Leben

Lemminge gehören zu den sogenannten Wühlern, die gerne und ausgiebig graben. Die Gruppenmitglieder leben in verschiedenen Bauten, die durch Gänge miteinander verbunden sind. Einerseits gibt es Nest- und Wohnkammern, aber auch Toilettenhöhlen. Sie legen sich sogar Fluchtbaue an, damit sie sich bei Übergriffen während der Futtersuche möglichst rasch zurückziehen können. Da die Tiere keinen Winterschlaf halten, sammeln sie den Sommer über Vorräte für den Winter, die in einer gesonderten Höhle untergebracht werden.

Diese kleinen Säuger sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Hin und wieder zeigen sich jedoch auch tagsüber bei der Nahrungssuche an der Erdoberfläche.

Traurige Berühmtheit

Über die Lebensgewohnheit der Nager ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass meist ein Männchen mehrere Weibchen in einer Art Harem vereint.

Nach nur 20 Tagen Tragzeit bringt das Weibchen 4 bis 8 Jungtiere zur Welt. Im Alter von 3 bis 4 Monaten sind diese dann schon zuchtreif. Bei einer allzu hohen Bestandsdichte kann es in freier Wildbahn dazu kommen, dass sich die Tiere massenhaft auf Wanderung begeben, um neue Lebensräume zu finden. Viele Lemminge sterben wegen der Anstrengungen auf der Strecke. Der Tod hat jedoch nichts mit einer vermeintlichen Selbstmordabsicht zu tun.

Der Mythos vom freiwilligen Massenselbstmord wurde durch den Film "Abenteuer in der weißen Wildnis" falsch geprägt.
 

Zoo Salzburg, 12. September 2019

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