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Gänsegeier "Gypsi" schon bald in Freiheit


Gypsi ist ein rund 4 Jahre alter Gänsegeier, der im Sommer 2016 ausgehungert und verletzt in Thüringen nahe einer Windkraftanlage aufgefunden wurde. Der große Aasfresser ist mit Rotoren einer Windkraftanlage kollidiert. Rund ein Jahr lang verbrachte er in einer Großvoliere einer Falknerei im Thüringer Wald bis er dann vor etwa sechs Wochen im Donautal bei Beuron (Baden-Württemberg) in die Lüfte entlassen werden konnte. Gypsi wurde mit einem solarbetriebenen Sender der Vogelwarte Radolfzell ausgestattet. So konnte seine Flugbewegungen genau mitverfolgt werden. Anfänglich zog es den Geier in Richtung Schweiz. Dort schloss er sich auch einer Geierpopulation an, die sich im Sommer in den Westalpen aufhält. Im Gebiet rund um den Mount Blanc und das Matterhorn kreiste er mit den anderen in den Lüften und fand auch entsprechend Nahrung.

 

Mitte September änderte er jedoch seine Flugroute: Er schloss sich nicht den anderen an, die in Richtung Frankreich bzw. Spanien flogen. Ihn zog es wieder in den Norden. Vorerst landete er im baden-württembergischen Langenauer-Ried und verbrachte dort einige Zeit.

 

Anfang Oktober ließ sich Gypsi von heftigen Herbststürmen dann rund 300 Kilometer nach Osten tragen. Aus unerklärlichen Gründen wurde er am 7. Oktober entkräftet und mit nassem Gefieder von Mitarbeitern des Zoo Schmiding im oberösterreichischen Krenglbach eingefangen, die ihn in der Zoo-Pflegestation aufgepäppelt haben.

 

Auf Initiative von Dieter Haas, Geierschutzinitiative GESI, die die Aktivitäten des Geiers seit über einem Jahr dank des Senders genau beobachten, kam Gypsi vergangene Woche nach Salzburg.

 

Gesundheitscheck

Beim Gesundheitscheck konnte anhand der Röntgenbilder ausgeschlossen werden, dass der Geier angeschossen wurde. Bei der Augenuntersuchung wurden auch keine Verletzungen festgestellt. Nun wird noch im Labor sein Blut auf eine mögliche Bleivergiftung untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird in der nächsten Zeit erwartet.

 

Zwischenstation

Derzeit lebt Gypsi in einer Voliere auf dem Dach des Streichelzoos. Geier beobachten alles ganz genau und so soll er jetzt durch Zuschauen lernen, wo die Salzburger Gänsegeier im Zoo landen und fressen. Wo sie sich im Zoogelände ausruhen und auch schlafen können.

 

Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner: „Jetzt können wir erst mal aufatmen! Es ist ein schönes Ergebnis, dass das vier Jahre alte Geiermännchen an keiner akuten Verletzung bzw. Erkrankung leidet. Wir sind guter Dinge, dass er recht bald die Salzburger Geier kennenlernt und hoffentlich mit ihnen dann seine Kreise hoch oben, in den Lüften über dem Zoogelände ziehen wird.“

 

 

Zoo Salzburg, 14. Oktober 2017


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